Du kannst es nur einmal machen.

Niemand möchte einer Familie den falschen Urnenbehälter
mitgeben und einen Tag
später anrufen müssen, um zu fragen
, ob sie bitte den Urnenbehälter
umtauschen kommen könnten.

„Jeder macht einfach, was er will, auch deine Kollegen.“ Dieser Satz über einem Artikel hat meine Aufmerksamkeit erregt. Der Satz stammt von Japke-d. Bouma, einem Autor und Kolumnisten, der auf humorvolle Weise darüber schreibt, wie man im Büro überlebt. Japke-d. sagt, dass viele Menschen glauben, im Büro sei über alles gut durchdacht. Irgendwann stellt man jedoch fest, dass es am Arbeitsplatz ein Chaos ist und dass jeder einfach drauflosmacht und improvisiert.

Auch wir haben ein Büro. Viele Menschen, die zu einer Trauerfeier in einem Krematorium gehen, denken wohl kaum daran, dass sich hinter den Wänden der Aulen und Gastronomieräume eine ganze Organisation verbirgt. Auch wir improvisieren, aber ich wage zu behaupten, dass bei uns niemand einfach so etwas tut.

Unsere Planer im Büro besprechen mit den Bestattungsleitern unter anderem den Zeitpunkt einer Trauerfeier. Dies muss natürlich mit den Angaben übereinstimmen, die letztendlich auf der Trauerkarte erscheinen. Auch der Name des Verstorbenen, das Geburtsdatum und das Sterbedatum müssen stimmen. Nichts ist für die Familie so schmerzhaft wie ein falsch geschriebener Name auf dem Begrüßungsbildschirm. Oder wenn die Angaben auf der offiziellen Genehmigung der Gemeinde – einem Dokument, das uns die Erlaubnis zur Einäscherung erteilt – nicht stimmen. Am Tag der Einäscherung darf nichts zu Verwirrung und Unannehmlichkeiten führen. Und auch bei den Kollegen von Asbestemming ist die Arbeit sehr präzise. Niemand möchte einer Familie die falsche Urne mitgeben und einen Tag später anrufen müssen, um zu fragen, ob sie bitte die Urne umtauschen kommen könnten. Das mag in einem Film vielleicht lustig wirken, aber im echten Leben erscheint mir das äußerst peinlich.

Und dann sind da noch die Kollegen, die die eigentliche Trauerfeier begleiten. Wenn die Gäste bei uns eintreffen, hat die Familie oft gemeinsam mit einem Bestatter alles bis ins kleinste Detail geregelt. Dafür haben sie im Durchschnitt fünf Tage gebraucht. In diesen Tagen stand alles im Zeichen des Abschieds von ihrem geliebten Menschen. Welcher Sarg, welcher Text auf der Trauerkarte, welche Art von Musik, wer hält eine Rede, wer trägt den Sarg, Kaffee oder doch lieber ein Gläschen? Nach dem Tod ihres geliebten Menschen wurden Entscheidungen über Entscheidungen getroffen. Und wenn der Tag der Einäscherung gekommen ist, muss alles gut laufen! Denn... diesen Abschied kann man nicht wiederholen. Dieser Druck wird von den Kollegen gespürt. Diese Verantwortung wird sehr ernst genommen. Dieser Abschied ist unwiderruflich und man kann ihn wirklich nur einmal machen.

Geht bei uns denn nie etwas schief? Natürlich schon. Es bleibt Menschenwerk, und auch die Technik versagt mal. Und dann improvisieren wir, wie überall. Manchmal merkt die Familie nichts davon. Manchmal schon, aber das Besondere ist, dass die Menschen es oft mit dem Verstorbenen in Verbindung bringen. Gelegentlich kommt es vor, dass die Ofentür klemmt, während die Familie beim Einbringen ihres geliebten Verstorbenen anwesend ist. Und eigentlich reagiert fast jeder auf die gleiche Weise: Es ist der letzte Streich des Verstorbenen im Sarg. Der Verstorbene macht noch einmal etwas! Aber dass bei uns jeder einfach irgendetwas macht, gilt sicherlich nicht, wenn man bei uns arbeitet!

Harriet Tomassen

Geschäftsführer

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