Crematoria Twente von der EuropĂ€ischen Union und dem EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) Fördermittel erhalten, um ein innovatives Projekt zu starten, in dessen Rahmen untersucht wird, ob eine EinĂ€scherung mit Hilfe von grĂŒnem Wasserstoff möglich ist. Die Initiative ist die erste in den Niederlanden, die diese Technik in der Praxis testet. Ziel ist es, festzustellen, ob Wasserstoff eine nachhaltige und realisierbare Alternative zu Erdgas in Krematoriumsöfen sein kann.
In den Niederlanden werden jĂ€hrlich etwa 120.000 Menschen eingeĂ€schert, meist in mit Erdgas betriebenen Ăfen. Dies fĂŒhrt zu COâ-Emissionen. Die Bestattungsbranche sucht schon seit lĂ€ngerem nach Möglichkeiten, nachhaltiger zu werden, aber bestehende Alternativen â wie vollstĂ€ndig elektrische Krematoriumsöfen â stoĂen unter anderem aufgrund von NetzĂŒberlastung an Grenzen. Wasserstoff könnte eine Lösung bieten, da ein GroĂteil der bestehenden Infrastruktur erhalten bleiben kann und bei der Verbrennung kein COâ freigesetzt wird. Eine Verbrennung mit Wasserstoff wĂ€re damit die nachhaltigste Wahl nach einem Todesfall.
Im Rahmen des Projekts wird am Standort Enschede Crematoria Twente bestehender Krematoriumsofen fĂŒr die Verwendung von grĂŒnem Wasserstoff umgerĂŒstet. Die Anlage wird zunĂ€chst in einer kontrollierten Umgebung und anschlieĂend im tĂ€glichen Betrieb getestet. Dabei werden unter anderem die Sicherheit, die Emissionen, die ZuverlĂ€ssigkeit und die Auswirkungen auf die Anlage untersucht.
Das Projekt ist eine Initiative von Crematoria Twente wird von einem Konsortium spezialisierter Unternehmen durchgefĂŒhrt. Neben Crematoria Twente dies Facultatieve Technologies, Mateq Process und Thermiek B.V. Gemeinsam bringen sie ihr Fachwissen in den Bereichen Krematoriumsöfen, Verbrennungstechnik, Sicherheit und Hochtemperaturprozesse ein.
Den Initiatoren zufolge handelt es sich ausdrĂŒcklich um ein Forschungs- und Demonstrationsprojekt. âWir wollen sorgfĂ€ltig prĂŒfen, ob Wasserstoff in der Praxis eine realisierbare und verantwortungsvolle Alternative sein kannâ, sagt HarriĂ«t Tomassen, Direktorin/GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Crematoria Twente. âDabei betrachten wir nicht nur die Technik und die Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch die Sicherheit, die Vorschriften und die Anwendbarkeit an anderen Standorten. Wir gehen davon aus, dass wir Ende 2026 die erste EinĂ€scherung mit Hilfe von Wasserstoff durchfĂŒhren werden.â
Derzeit gibt es weltweit noch keine mit Wasserstoff betriebenen Krematoriumsöfen. Das in Enschede Wissen kann daher auch fĂŒr andere Branchen relevant sein, in denen hohe Temperaturen erforderlich sind, wie beispielsweise die Stahl-, Zement- und Glasindustrie. Die Ergebnisse des Projekts werden an Behörden, Aufsichtsbehörden und die Bestattungsbranche weitergegeben. Auf dieser Grundlage kann entschieden werden, ob und wie diese Form der Nachhaltigkeit in gröĂerem MaĂstab angewendet werden kann.
Hintergrund â
â Das Projekt âCremeren op groene waterstofâ (EinĂ€scherung mit grĂŒnem Wasserstoff) ist ein Kooperationsprojekt, das sich auf die Entwicklung und Erprobung eines mit Wasserstoff befeuerten Krematoriumsofens konzentriert. Die Initiative steht im Einklang mit den ĂŒbergeordneten europĂ€ischen und nationalen Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Umsetzung nachhaltiger Innovationen in die Praxis.