Familie cherishes many tangible memories of Willy Jansink

Nach ErfĂŒllung des letzten Wunsches im neuen Krematorium Oldenzaal

Er hatte diesbezĂŒglich gegenĂŒber seiner Frau Annie, aber auch gegenĂŒber seinen vier Söhnen Ben, Felix, Hans und Wilfried immer sehr entschieden und offen geĂ€ußert. Er wollte eingeĂ€schert und nicht begraben werden. Denn er wollte seine Kinder und Enkelkinder nicht mit der Pflege seines Grabes „belasten”. Als Willy Jansink 2018 sein Ende nahen spĂŒrte, bat er seinen Sohn Wilfried, ihn zum im Bau befindlichen Krematorium in Oldenzaal mitzunehmen. „Das wollte er unbedingt, denn er sagte: Ich glaube, ich werde hier bald einer der Ersten sein.”

Auch dieser Besuch macht es der Familie etwas leichter, den letzten Abschied gemĂ€ĂŸ seinen WĂŒnschen zu gestalten, als Willy – Willem Heinrich – Jansink am 10. Oktober 2018 im Alter von 87 Jahren verstirbt. In enger Absprache mit der Bestatterin Nolet Bult wird er in dem Haus in De Lutte aufgebahrt, das er als junger Maurer und Zimmermann eigenhĂ€ndig gebaut hat, als er seine große Liebe Annie Swennenhuis heiratete. Schön, findet sie das noch immer, gut ein Jahr nach dem Tod des Mannes, mit dem sie ĂŒber 60 Jahre lang Freud und Leid geteilt hat. In dem Haus ist sie noch immer tĂ€glich von greifbaren Erinnerungen an ihn umgeben. Möbel, die er selbst gebaut hat, aber auch verschiedene Buntglasfenster, eines seiner Hobbys. Das wertvollste StĂŒck, das er selbst nicht ganz fertigstellen konnte: ein Stammbaum, in dem die Namen der vier Söhne, ihrer Frauen und der neun Enkelkinder verewigt sind. „Er liebte seine Enkelkinder ĂŒber alles.“

Asche
Zu Hause bewahrt Annie in einem kleinen Vogelornament auch einen Teil der Asche ihres verstorbenen Mannes auf. „Er liebte Vögel sehr. Er baute auch immer VogelhĂ€uschen.“ Die vier Söhne erhielten jeweils ein solches Ornament. Außerdem wurde ein Teil der Asche auf dem Streufeld des Friedhofs in De Lutte und in der NĂ€he der Dinkel, dem kleinen Fluss, der Willy Jansink so am Herzen lag, verstreut. Ein weiterer Teil der Asche erhielt einen ganz besonderen Bestimmungsort, nĂ€mlich seinen Geburtsort in Overdinkel. Die Wiege von Willy Jansink stand auf dem Hof Naatsboer, einem Bauernhof nahe der deutschen Grenze. Nur einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt baute Willy Jansink zusammen mit einem Kameraden eine Marienkapelle. Und in die Mauer dieser Kapelle mauerte dieser Freund, Willy Elshof, einen Teil der Asche ein. Mit einer Kupfertafel bleibt nun auch auf seinem „oale groond” (alten Boden) die Erinnerung an Willy Jansink lebendig.

Regie
Abgesehen von der EinĂ€scherung verlĂ€uft auch der Rest des letzten Abschieds von Willy Jansink ganz nach seinen WĂŒnschen, die er mit seinen Angehörigen besprochen hat. Nachdem er bereits seit etwa zehn Jahren mit verschiedenen Altersbeschwerden zu kĂ€mpfen hat, wird bei Jansink LeukĂ€mie diagnostiziert. Ein Schock fĂŒr seine Angehörigen; er findet sich schnell mit dem Unvermeidlichen ab. „Ich hatte ein schönes Leben.“ Von diesem Moment an versucht er, so weit wie möglich die Kontrolle ĂŒber sein nahendes Lebensende zu behalten. Und ĂŒber das, was danach kommt. So lĂ€sst er in Absprache mit seinen Angehörigen einige Dinge schriftlich festhalten. Zum Beispiel, dass er in der letzten Phase seiner Krankheit keine Schmerzen erleiden möchte. Nachdem seine Familie und andere Angehörige sich in der intimen AtmosphĂ€re des Wohnzimmers, in dem er aufgebahrt liegt, von ihm verabschieden konnten, folgt am 15. Oktober eine Abschiedsfeier im weiteren Kreis in der Plechelmuskerk in De Lutte.

Großer Andrang bei der Beerdigung v
Einmal mehr wird deutlich, wie viel Willy Jansink fĂŒr die kleine und eng verbundene Gemeinde Lutter bedeutet hat. Die Kirche ist ĂŒberfĂŒllt. Mehr als 700 Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft erweisen ihm die letzte Ehre. Willy Jansink war bis zu seiner Pensionierung als Hausmeister bei der Gemeinde Losser beschĂ€ftigt. In seiner Freizeit war er in vielen Bereichen aktiv. Zum Beispiel als Freiwilliger bei der Feuerwehr, aber auch beim Karnevalsverein De Bosduvelkes spielte er seit dessen GrĂŒndung vor und hinter den Kulissen eine prominente Rolle. So wurde er 1971 zum vierten Grafen dieses Vereins gewĂ€hlt und war jahrelang an der Begutachtung der Wagen im Karnevalsumzug des Dorfes beteiligt. Wann immer es möglich war, stand Willy Jansink am Spielfeldrand, um seine Söhne und spĂ€ter seine Enkelkinder anzufeuern.
Mit einer Feier im kleinen Kreis im neuen Krematorium in Oldenzaal, die durch die Mitwirkung seiner Kinder und Enkelkinder eine ganz persönliche Note erhĂ€lt, geht am 16. Oktober 2018 der letzte Wunsch von Willy Jansink in ErfĂŒllung.

Text: Ben Siemerink
Fotografie: Ebo Fraterman (FamilienportrĂ€t)

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