Der Abschied von Marie Spikkers in Salut, der Abschieds-Lounge des Krematoriums in Borne

„Alle haben ein gutes GefĂŒhl dabei gehabt.“

Meine Mutter wollte unbedingt in Borne eingeĂ€schert werden. Noch am Tag vor ihrem Tod kĂŒmmerte sie sich selbst um die letzten Details. Die Trauerfeier sollte in der Aula namens „Salut“ stattfinden. Dort sollte jeder der Familie sein Beileid aussprechen und Abschied nehmen können. Die EinĂ€scherung sollte im kleinen Kreis stattfinden, und danach wĂŒrde die Familie essen gehen. „So wollte es meine Mutter“, sagt Nicole Leuverman-Spikkers einige Zeit nach dem Tod. „Mutter kannte Salut von der EinĂ€scherung eines Neffen und eines Schwagers. Das fand sie intim und schön, sie nannte es sogar gemĂŒtlich.“

Am 18. November 2019 verstarb Marie Spikkers-Oude Egberink im Alter von 86 Jahren. Ihr Mann Johan war bereits 1995 verstorben. Bis Anfang 2019 war sie noch sehr aktiv. „Sie fuhr mit ihrem Elektromobil durch ganz Twente. Sie besuchte Verwandte in ihrem Geburtsort Hertme, in Oldenzaal, in Goor und traf sich oft mit einer Freundin, die ebenfalls Witwe war”, erzĂ€hlt Nicole. „Sie half beim Bingo im Pflegeheim Backenhagen in Hengelo und lebte noch selbststĂ€ndig in der Oldenzaalsestraat.” Das Leben von Nicoles Mutter verlief auch im hohen Alter unter den gegebenen UmstĂ€nden gut.

Bis sie 2019 anfing zu schwĂ€cheln. Marie hatte mehrmals eine LungenentzĂŒndung, Herzprobleme und erholte sich nicht mehr. Der Kardiologe sagte, dass sie auf einem dĂŒnnen Faden hĂ€nge. Dieser Faden riss an jenem Montagnachmittag, dem 18. November. Einen Tag zuvor sagte sie: „Ruf meine Töchter an, denn ich werde sterben.“

Nicole und ihre Schwester HenriĂ«tte kamen, und sie machte ihnen noch einmal deutlich, was ihre WĂŒnsche waren. Einen Tag spĂ€ter starb sie friedlich im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder. 
Nicole: „Sie wollte keine Trauerfeier in der Kirche, obwohl sie auf ihre eigene Weise sehr glĂ€ubig war. In ihren letzten Stunden murmelte sie unzĂ€hlige Ave Marias. Mutter war sehr praktisch veranlagt und sagte uns, was nach ihrem Tod zu tun sei. Die EinĂ€scherung musste also unbedingt in Borne . Sie hatte sich das gut ĂŒberlegt, was auch aus dem Zeitungsausschnitt hervorging, den wir spĂ€ter unter ihren Sachen fanden und in dem neun Krematorien miteinander verglichen wurden. Vielleicht hatte es auch mit dem Ort zu tun. Sie kannte Borne . Sie hat dort frĂŒher gearbeitet und ist im Nachbardorf Hertme geboren.“

Marie war eine der Ältesten in einer Familie mit dreizehn Kindern. FĂŒnf ihrer BrĂŒder leben noch.

Zufrieden
Nicole und ihr Mann Barry blicken zufrieden auf den Abschied von ihrer Mutter und Schwiegermutter zurĂŒck. „Die Bestatterin hatte alles gut im Griff. Sie hat den Abschied auf angenehme Weise gestaltet. Wir Borne noch kurz in Borne , damit wir eine klare Vorstellung davon hatten, wie wir vorgehen wollten. Das hat sich sofort als richtig erwiesen. So konnten wir in Salut vor Ort noch einmal sehen, wie ein Sohn meiner Schwester dort auf seinen Keyboards spielen konnte und wie wir eine Diashow direkt mit der von uns ausgewĂ€hlten Hintergrundmusik ablaufen lassen konnten. Sie haben gut mitgedacht, und dadurch ist alles perfekt gelaufen“, sagen Nicole und Barry.

In Salut wurde Marie aufgebahrt. Irgendwann schlossen ihre fĂŒnf BrĂŒder den Sarg. „Das wollten sie unbedingt. Meine Onkel liebten sie sehr, sie waren sehr engagiert“, sagt Nicole.

Die Begleitung ihrer Mutter zum Ofen verlief ebenfalls nach Wunsch. Nicole: „Sie haben mir alles erklĂ€rt. Ich bin bis zum Ofen mitgegangen, wollte aber nicht dabei sein, als der Sarg hineingeschoben wurde. Das war mir zu heftig.“

So wurde der Abschied von Marie Spikkers zu einem Abschied, der zu ihr passte. „Sie wollte es selbst so. Die AtmosphĂ€re war schön. Sie hatte einen großen Kreis von Menschen, die sie kannte, sie liebte Geselligkeit. Danach gingen wir essen, wie sie es wollte, und das entsprach auch dem Geist meiner Mutter. Darin waren sich alle einig.“

Barry: „Alles in allem war es ein entspannter Abschied. Ich habe eine Rede mit einem Augenzwinkern gehalten und gesehen, dass die Leute mitfĂŒhlten und bestimmte Dinge wiedererkannten. Es gab eine gute Interaktion. Ein Raum wie Salut mit seiner gemĂŒtlichen Einrichtung trĂ€gt dazu bei. Die Kulisse war prima.“

Salut
Maries Familie ist sich einig, dass die Abschieds-Lounge Salut dazu beigetragen hat, dass der Abschied von Marie in einer intimen, aber entspannten AtmosphĂ€re stattfinden konnte. Barry: „WĂ€hrend des Abendessens danach sagten alle sofort, dass es schön und gut gewesen sei. Es herrschte eine wunderbar entspannte AtmosphĂ€re.“

Nicole: „Meine Mutter sagte: ‚Ich bin 86 und bin am Ende. Ich hatte ein gutes Leben. Das solltet ihr gemeinsam feiern.‘ Das haben wir getan. Es war natĂŒrlich traurig, aber es war gut. Alle haben ein gutes GefĂŒhl dabei behalten.“ 
Barry: „In Salut haben sich alle schnell wohlgefĂŒhlt. Es ist ein angenehmer Saal. Schön, mit viel Licht. Dort stört einen nichts.“

Nicole: „An einem solchen Nachmittag steht deine Welt ein wenig still. Aber in der Ferne siehst du die Menschen und die Autos, und dann wird dir gleichzeitig bewusst, dass das Leben weitergeht.“


Text: GijsEijsink
Fotografie: Lars Smook (Ehepaar Leuverman)

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